Bild der Woche 2026 – 0/52
Immer sonntags werde ich hier mein Bild der Woche posten.
Immer sonntags werde ich hier mein Bild der Woche posten.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu und in vielen Blogs wird derzeit zurückgeschaut, aber ich mag dies Jahr nicht zurückblicken, zumindest nicht ausführlich.
Das hier ist kein Rückblick. Es ist ein Abhaken. Ein Weglegen. Ein Jahr, das ich nicht noch einmal durchkauen muss, um es loszuwerden. Ich schulde diesem Jahr keine versöhnliche Deutung. Und niemandem eine Geschichte darüber, „was es mich gelehrt hat“.
Für mich war es ein richtiges Scheißjahr, und so übel wie es anfing geht es nun auch zu Ende. Ging los im Januar mit Missbrauch (und der Täter kommt strafrechtlich ungeschoren davon), im Sommer mein Radunfall, zwei Todesfälle, und ein paar Tage vor Weihnachten die zweite Blaulichtfahrt ins Krankenhaus in diesem Jahr. Diesmal kein Unfall, sondern ein deutlicher Warnschuss meines Körpers, endlich ein bisschen besser auf mich aufzupassen. Na gut, das nehme ich mir dann mal für 2026 vor. Wird höchste Zeit, vom Überlebensmodus auf Leben umzuswitchen.
2025 hatte ich wenig Raum für die Dinge, die ich gerne mag und die mir gut tun. Zu viel zu tun damit, die Kontrolle zurückzugewinnen und das posttraumatische Belastungszeugs in den Griff zu kriegen. Ich habe privat kaum fotografiert, geschrieben oder gebloggt, selbst im Sommerurlaub in China war ich mit angezogener Handbremse unterwegs. Keine Energie gehabt. Wenn ein Jahr vom Überleben bestimmt ist, dann ist Rückzug kein Versagen, sondern Notwendigkeit. Stillhalten war keine Schwäche, sondern Selbstschutz.
Keine guten Vorsätze. Eher Leitplanken. Dinge, die mir helfen sollen, nicht wieder nur zu funktionieren. Keine Selbstoptimierung. Nur ein Gegenentwurf zu einem Jahr, das mich nur funktionieren ließ.
Alles davon darf klein anfangen. Alles davon darf Pausen haben. 2026 muss nicht groß werden. Es reicht, wenn es wieder mehr meins ist.
Einige Mitglieder des Bloghexen-Forums haben einen gemeinsamen Blog-Adventskalender erstellt. Ich öffne heute Türchen Nummer 8 für Euch.
Auf allen teilnehmenden Blogs findest du vom 1. bis 24. Dezember spannende, kreative, festliche oder nachdenkliche Beiträge rund um Weihnachten und den Winter. Die Beiträge sind so unterschiedlich wie unsere Blogs und ein schöner Ausschnitt aus der Blogosphäre.
In meinem Beitrag geht es um den Magdeburger Weihnachtsmarkt – und das ist nach dem Anschlag am 20. Dezember 2024 ein schwieriges Thema. In meinem ersten Jahr in Magdeburg habe ich den Weihnachtsmarkt (nicht nur, aber auch wegen einer Gehirnerschütterung) kaum zur Kenntnis genommen. Aber im letzten Jahr, da habe ich mich schockverliebt und war total verzaubert vom Weihnachtsmarkt – bis uns alle dann der Schock des Anschlags getroffen hat.
Und nun?

Im Zauberwald (St. Adalbert/Reform, an den Adventswochenenden 16-20 Uhr)
Magdeburg strahlt wieder. An vielen Orten duftet es nach Glühwein und Gebäck, überall funkeln die Installationen der Lichterwelt. In den Stadtteilen fanden und finden Weihnachtsmärkte statt, die Schweizer Milchkuranstalt hat ihren Wintergarten eröffnet und auf dem Alten Markt steht wieder der Weihnachtsmarkt.
Und doch trägt dieser Winter eine besondere Schwere in sich.
Wenn ich durch die Stadt streife, fällt mir auf, wie sehr sich das Licht verändert hat. Oder vielleicht die Art, wie wir es in diesem Jahr sehen. Es ist heller, weil wir es brauchen. Es ist emotionaler aufgeladen, weil es uns an etwas erinnert, das uns allen nahegegangen ist.
Vor einem Jahr war Weihnachten schon vor Heiligabend vorbei. Der Anschlag am 20. Dezember auf den Weihnachtsmarkt hat uns alle tief erschüttert. Nicht nur durch die unmittelbare Gewalt, sondern durch das Gefühl der Verletzlichkeit, das zurückblieb. Die Willkür, der Zufall, wen es unmittelbar getroffen hat und dass man selbst davongekommen ist. Die Tage danach waren geprägt von Trauer, Fassungslosigkeit und dem Bedürfnis nach Zusammenhalt.
Im Zentrum werden wir an fast jeder Ecke daran erinnert, dass es nicht mehr ist wie vor dem Anschlag. Unübersehbare Polizeipräsenz, Innenstadt gesperrt für LKWs, und dann die Mauer aus Betonklötzen, die sich rund um den Weihnachtsmarkt zieht.
Keine drei Kilometer vom Anschlagsort entfernt findet gerade der Prozess gegen den Attentäter statt. Das macht alles nicht gerade einfacher.
Wenn man in diesem Jahr über den Weihnachtsmarkt geht, begegnet man Menschen, die sehr Unterschiedliches fühlen. Einige besuchen den Markt bewusst, um unter der Devise „jetzt erst recht“ Solidarität zu zeigen. Andere genießen die Atmosphäre, aber mit leiser Bremse im Hinterkopf. Und wieder andere bleiben fern, weil der Ort sich für sie noch nicht richtig anfühlt.
All diese Reaktionen sind legitime Wege, mit dem Geschehen umzugehen. Niemand verarbeitet ein solches Ereignis gleich. Die Stadt ist ein Mosaik aus Geschichten, und jede einzelne davon verdient Respekt.
Viele der vertrauten Dinge sind wieder da: der Klang der Karussells und der dusselige Elch, die Reihen aus Holzbuden voller Handwerk, Gebäck und dampfender Tassen, wenn auch in anderer Anordnung. Gleichzeitig wirkt manches dieses Jahr intensiver. Ein bisschen bewusster vielleicht.
Die Atmosphäre ist nicht bedrückt, aber in sich ruhender. Es ist nicht das laute Fest früherer Jahre. Es ist ein Weihnachtsmarkt, der mitatmet.

Es fühlt sich manchmal merkwürdig an, an einem Ort Freude zu empfinden, an dem vor einem Jahr Menschen verletzt wurden und die Stadt kollektiv erschüttert war. Diese Ambivalenz ist normal. Sie sagt nicht, dass wir vergessen. Sie sagt, dass wir Menschen sind.
Freude und Nachdenklichkeit haben Platz nebeneinander.
Die Gedenksteine in der Hartstraße mit Kerzen und Blumen – für viele der Zugang zum Weihnachtsmarkt, direkt daneben der Mittelaltermarkt. Man freut sich auf einen unbeschwerten Weihnachtsmarktbummel, und plötzlich ist die Erinnerung an den Anschlag und die Opfer unmittelbar präsent. Raum ist für viele Gefühle und alles kann gleichzeitig wahr sein.
Überall in der Stadt funkeln und leuchten die Installationen der Lichterwelt und besonders auf dem Domplatz finde ich sie auch in diesem Jahr richtig schön. Ruhiger als der Weihnachtsmarkt. Mehr Platz. Und die Kulisse mit Dom, Landtag und Hundertwasserhaus gibt dem einen wirklich schönen Rahmen.
Mein persönlicher Favorit ist derzeit der Wintergarten der Milchkuranstalt. Sowieso ein schöner Ort, um sich zu treffen, ist die Stimmung jetzt mit den Holzbuden, mit dem Duft nach Glühwein und Grünkohl rundum schön. Außer Getränken und Leckereien gibt es hier nichts zu kaufen, keine Karussels, die das ganze trubeliger machen könnten. Für mich der perfekte Ort für ein Feierabendgetränk.
Am 20. Dezember hat der Weihnachtsmarkt geschlossen. Um 18 Uhr beginnt mit der Kerzenausgabe ein stilles Gedenken. Rund um den Weihnachtsmarkt soll ab 18:30 Uhr eine Menschen-Lichter-Kette entstehen. Um 19:02 – dem Zeitpunkt des Anschlags – werden die Glocken der Stadt läuten.
Ein Jahr nach dem Anschlag ist nichts „normal“ und doch gehen wir weiter. Manche Menschen zieht es in diesen Wochen bewusst auf den Weihnachtsmarkt, weil sie sich Licht, Gemeinschaft und ein Stück Alltag zurückholen wollen. Andere meiden die Innenstadt oder fühlen sich noch nicht bereit dafür. Beides ist vollkommen legitim.
Der Weihnachtsmarkt und die Lichterwelt sind Orte, an denen Magdeburg zeigt, dass die Stadt zusammenhält, dass sie sich nicht einschüchtern lässt, aber auch, dass sie Trauer und Erinnerung Raum gibt. Freude und Nachdenklichkeit schließen sich nicht aus; sie existieren Seite an Seite.
Wenn du hingehst, darfst du genießen. Wenn du nicht hingehst, ist das genauso richtig. Wichtig ist, dass wir einander diese Entscheidungen zugestehen, ohne Bewertung, ohne Druck.
Magdeburg leuchtet wieder. Vielleicht etwas leiser, aber dafür umso entschlossener. Und jede:r findet den eigenen Weg, damit umzugehen.
Dieser Artikel ist mein Beitrag zum Bloghexen-Adventskalender: Türchen Nummer 8. Alle 24 Türchen findet Ihr hier: Bloghexen Adventszauber.

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