8/52 – Bild der Woche 2026
Die Lichterwelt geht, der Dom bleibt – im nassen Grau.
Immerhin: nicht mehr so kalt, und der Schnee ist endlich weg.
Die Lichterwelt geht, der Dom bleibt – im nassen Grau.
Immerhin: nicht mehr so kalt, und der Schnee ist endlich weg.
Jede dritte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens Gewalt. Wir kennen die Zahl. Wir zitieren sie. Und doch bleibt sie abstrakt, weil das Ausmaß kaum auszuhalten ist.
One Billion Rising macht diese Zahl sichtbar. Menschen tanzen laut in der Öffentlichkeit. Ein starkes Zeichen gegen Gewalt und gegen das Schweigen.
Ich war dieses Jahr nicht dabei.
Nicht, weil mir das Thema nicht wichtig oder fern wäre, ganz im Gegenteil. Aber manchmal reicht die Kraft nicht.
Gewalt endet nicht mit dem Ereignis. Sie wirkt nach, oft unsichtbar und über Jahre hinweg. Sie verändert, wie Menschen sich bewegen, wie viel Nähe sie zulassen, wie laut sie sein können. Manche kämpfen sichtbar, andere leise. Widerstand kann ein Tanz auf der Straße sein oder das bloße Aufstehen am nächsten Morgen. Beides braucht Kraft.
Widerstand ist nicht immer laut. Manchmal besteht Stärke darin, nicht liegenzubleiben.
Solche Aktionen sind wichtig. Sie machen sichtbar, was viel zu oft unsichtbar bleibt. Aber Sichtbarkeit allein reicht nicht. Ebenso wichtig wäre, dass Systeme besser zuhören: dass Betroffene ernst genommen werden, dass Jurist*innen hinschauen, dass Institutionen nicht zuerst sich selbst schützen.
Manchmal fühlt sich der öffentliche Protest stark an. Aber zugleich bleibt eine große Leerstelle für diejenigen, die mit ihrer eigenen Geschichte weiterleben müssen. Während die Welt tanzt, wird die Stille für die, die nicht können, manchmal noch lauter. Solche Taten machen einsam. Und eigentlich ist der Gedanke schön, mal nicht allein da zu stehen, sondern gemeinsam zu tanzen – wenn es denn auszuhalten wäre. Dieses Jahr war es das nicht.
Der Spiegel berichtet diese Woche wieder über Gisèle Pelicot, die ich für ihr Rückgrat, für ihre Kraft und Stärke zutiefst bewundere. Diese Kraft ist außergewöhnlich, und nicht jede Frau kann oder will so öffentlich mit ihrer Geschichte umgehen. Jede kämpft so, wie sie kann, und wir dürfen nicht erwarten, dass alle denselben Weg wählen. Gisèle Pelicots Mut ist ein Leuchtturm, aber kein Maßstab, an dem sich jede Betroffene messen lassen muss.
Die Dunkelfeldstudie, die diese Woche den Weg in die Medien geschafft hat, macht deutlich, dass die Zahlen noch viel größer und unvorstellbarer sind und dass nur ein Bruchteil der Täter überhaupt angezeigt und noch weniger für ihre Taten bestraft werden.
Die Zahl bleibt groß. Abstrakt, unvorstellbar. Aber hinter ihr stehen Menschen mit Geschichten, mit Brüchen, mit unterschiedlichen Wegen zurück ins Leben. Menschen, die ihren eigenen Kampf kämpfen und deren Kraft für mehr manchmal nicht reicht.
Die oft geforderte Verschiebung von Scham weg von Betroffenen gelingt nicht automatisch. Für viele bleibt sie ein stiller Begleiter, gerade dann, wenn Täter unbehelligt bleiben.
Und selbst die kraftvollen, teils fröhlichen Bilder solcher Aktionen können das Gefühl verstärken, mit der eigenen Geschichte allein zu sein. Gerade in Momenten, in denen die Welt laut und sichtbar gegen Gewalt protestiert, kann sich diese Einsamkeit paradoxerweise verstärken. Dann muss es okay sein, nicht mitzutanzen und einfach irgendwie weiterzumachen.
Zumindest dieses Jahr.
Was sich Dreijährige so zum Geburtstag wünschen 😉
Organspendewerbung am Friedhof? Okay… 😉
Friedhof im Schnee…

Mein Leben, das Universum und der ganze Rest...
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