2/52 – Bild der Woche 2026
Und wieder aus dem Fenster, diesmal durch eine Scheibe. Gnadenkapelle auf dem Kapellplatz in Altötting, fotografiert aus dem Wintergarten des Hotels Zur Post.
Und wieder aus dem Fenster, diesmal durch eine Scheibe. Gnadenkapelle auf dem Kapellplatz in Altötting, fotografiert aus dem Wintergarten des Hotels Zur Post.
Aus dem offenen Fenster. Ohne Stativ. Eigentlich schade, aber es war mir schlicht und einfach zu kalt…
Vor gut einer Woche beim 39C3 in Hamburg ins Leben gerufen, heute ist es soweit: Heute ist der erste Digital Independence Day/Digitaler Unabhängigkeitstag, künftig an jedem ersten Sonntag im Monat. Es geht um unsere digitale Selbstbestimmung und die bewusste Abkehr von Tech-Giganten. Einmal im Monat heißt es: innehalten, hinterfragen und wenn möglich weg von den großen Plattform-Monopolen, hin zu datenschutzfreundlichen, offenen und demokratieverträglichen Alternativen. Weniger Konzern-Abhängigkeit, mehr digitale Souveränität, mehr Kontrolle über die eigenen Daten – und damit ganz konkret ein kleiner, aber wirksamer Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie im Netz und zum Aufbau von zivilgesellschaftlichem Druck für eine gemeinwohlorientierte Digitalpolitik.
Das Känguru erklärt das hier in gewohnt unterhaltsamer Weise in 7 Minuten.
Marc Uwe Kling, marcuwekling@digitalcourage.video, auf tube.tchncs.de, 3. Januar 2026, https://tube.tchncs.de/w/g2VxStKL9X38KvJymjFfyG
Auf der di.day-Webseite gibt es hier Wechselrezepte, die Du individuell umsetzen kannst. Es gibt Events in einigen Orten, wenn keines in Deiner Nähe ist, kannst Du Dir ein Online-Event aussuchen. Hier ist die Übersicht für heute.
Für mich ist der di.day tatsächlich der Anstoß zum Handeln. Zum Start habe ich mir direkt ein etwas dickeres Brett ausgesucht: Ich wechsel von Dropbox zu Nextcloud. Bei Dropbox liegen meine Erinnerungen in der Infrastruktur eines US-Konzerns. Ich habe wenig Einfluss darauf, wo sie genau gespeichert werden, was mit meinen Metadaten passiert und welchen Regeln sie langfristig unterliegen. In meiner Nextcloud liegen sie dort, wo ich es entscheide, dazu datenschutzfreundlich, transparent und auf einer offenen, überprüfbaren Softwarebasis.
Da ich ganz schön viele Fotos habe, wird es noch ein bisschen dauern bis der Umzug komplett erledigt ist, aber der Anfang ist gemacht. Oder in anderen Worten: DIDit DUTgemacht. 🙂
Am 2. Weihnachtsfeiertag bin ich nach Hamburg getuckert, habe mich bei meiner Freundin einquartiert und hatte eine rundum gute Zeit mit ihr, auch wenn ich viel unterwegs war: 39C3 im CCH. Wobei – viel ist relativ, ich war noch ein bisschen angeschlagen und habe es schön langsam angehen lassen und mir am dritten Tag eine Kongressauszeit genommen.
Aber für meine Wunschtalks habe ich einen Platz gefunden – frühes Kommen und so… Einfach den Talk vorher auch mitnehmen und sich mal auf was komplett Anderes einlassen. Zwei Sessions möchte ich besonders hervorheben: In der ersten ging es um den erstarkenden Faschismus, um Themen, die erschrecken, wütend machen, manchmal auch müde. In der zweiten war das Känguru zu Besuch, aber am Ende standen digitale Unabhängigkeit und Souveränität im Mittelpunkt, also die Frage, wie wir unsere Demokratie auch im Netz schützen und selbstbestimmt gestalten können. Beide Talks hatten etwas gemeinsam: Wenn wir uns mit Spaß, Humor und Kreativität einmischen statt zu resignieren – darin liegt ganz viel Kraft. Wir sind viele. Viele, die sich nicht wegducken. Viele, die laut, klug, solidarisch sind. Mit so vielen Menschen auf einer Wellenlinie zu liegen, das tat richtig gut und macht mir Mut für 2026.
Der eine Talk war dieser, im Programm so angekündigt:
Es ist genau ein Jahr her, dass der Adenauer SRP+ in der Halle des 38C3 stand. Damals war er noch eine Baustelle, aber schon bald machte er sich auf den Weg, um Geschichte zu schreiben. Wir nehmen euch mit auf eine Reise: von Blockade über Protest, von Sommerinterviews bis zu Polizeischikanen lassen wir ein Jahr Adenauer SRP+ Revue passieren. Das könnte lustig werden.
Außerdem: alles zum Walter Lübcke-Memorial-Park, den wir gerade direkt vor die CDU-Zentrale gebaut haben.
Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0
Ebenfalls lange im Gedächtnis wird mir dieser Talk mit Marc-Uwe Kling bleiben:
Marc-Uwe Kling liest Neues vom Känguru vor. Vielleicht auch was von Elon und Jeff on Mars. Und dann ruft das Känguru zum Digital Independence Day auf.
Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0
Im Schlussteil seines Auftritts hat Marc-Uwe Kling zusammen mit linuzifer den Digital Independence Day/Digitalen Unabhängigkeitstag (DID/DUT) vorgestellt:
Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Überreicher. Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.
Die Idee: Die Macht von Big Tech beruht darauf, dass wir ihre Dienste täglich benutzen – und wir können sie ihnen auch wieder entziehen. Mit kleinen, machbaren Wechseln (z. B. bei Social Media, Shopping oder Streaming) holen wir uns Stück für Stück digitale Souveränität zurück.
Einfach anfangen, einmal im Monat einen Dienst austauschen und gemeinsam digitale Unabhängigkeit feiern. Und natürlich darüber reden und schreiben: mit den Hashtags #DIDit oder #DUTgemacht posten.
Nun bin ich wieder zuhause, den Kopf immer noch voller Eindrücke, viel gelernt und Lust zum weiterlernen. Gute Stimmung, kein Wunder bei all creatures welcome und be excellent to each other. Auch das darf gerne im Alltag weiterwirken.
„Power Cycles“ heißt: Macht fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht – und sie kann zurückgeholt werden. Immer wieder.

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