39C3 – Power Cycles, DID und DUT
Am 2. Weihnachtsfeiertag bin ich nach Hamburg getuckert, habe mich bei meiner Freundin einquartiert und hatte eine rundum gute Zeit mit ihr, auch wenn ich viel unterwegs war: 39C3 im CCH. Wobei – viel ist relativ, ich war noch ein bisschen angeschlagen und habe es schön langsam angehen lassen und mir am dritten Tag eine Kongressauszeit genommen.
39C3
Aber für meine Wunschtalks habe ich einen Platz gefunden – frühes Kommen und so… Einfach den Talk vorher auch mitnehmen und sich mal auf was komplett Anderes einlassen. Zwei Sessions möchte ich besonders hervorheben: In der ersten ging es um den erstarkenden Faschismus, um Themen, die erschrecken, wütend machen, manchmal auch müde. In der zweiten war das Känguru zu Besuch, aber am Ende standen digitale Unabhängigkeit und Souveränität im Mittelpunkt, also die Frage, wie wir unsere Demokratie auch im Netz schützen und selbstbestimmt gestalten können. Beide Talks hatten etwas gemeinsam: Wenn wir uns mit Spaß, Humor und Kreativität einmischen statt zu resignieren – darin liegt ganz viel Kraft. Wir sind viele. Viele, die sich nicht wegducken. Viele, die laut, klug, solidarisch sind. Mit so vielen Menschen auf einer Wellenlinie zu liegen, das tat richtig gut und macht mir Mut für 2026.
Zentrum für Politische Schönheit: Ein Jahr Adenauer SRP+ und der Walter Lübcke Memorial Park
Der eine Talk war dieser, im Programm so angekündigt:
Es ist genau ein Jahr her, dass der Adenauer SRP+ in der Halle des 38C3 stand. Damals war er noch eine Baustelle, aber schon bald machte er sich auf den Weg, um Geschichte zu schreiben. Wir nehmen euch mit auf eine Reise: von Blockade über Protest, von Sommerinterviews bis zu Polizeischikanen lassen wir ein Jahr Adenauer SRP+ Revue passieren. Das könnte lustig werden.
Außerdem: alles zum Walter Lübcke-Memorial-Park, den wir gerade direkt vor die CDU-Zentrale gebaut haben.
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Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day
Ebenfalls lange im Gedächtnis wird mir dieser Talk mit Marc-Uwe Kling bleiben:
Marc-Uwe Kling liest Neues vom Känguru vor. Vielleicht auch was von Elon und Jeff on Mars. Und dann ruft das Känguru zum Digital Independence Day auf.
Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0
Digital Independence Day
Im Schlussteil seines Auftritts hat Marc-Uwe Kling zusammen mit linuzifer den Digital Independence Day/Digitalen Unabhängigkeitstag (DID/DUT) vorgestellt:
Die Idee: Die Macht von Big Tech beruht darauf, dass wir ihre Dienste täglich benutzen – und wir können sie ihnen auch wieder entziehen. Mit kleinen, machbaren Wechseln (z. B. bei Social Media, Shopping oder Streaming) holen wir uns Stück für Stück digitale Souveränität zurück.
Einfach anfangen, einmal im Monat einen Dienst austauschen und gemeinsam digitale Unabhängigkeit feiern. Und natürlich darüber reden und schreiben: mit den Hashtags #DIDit oder #DUTgemacht posten.
Power Cycles
Nun bin ich wieder zuhause, den Kopf immer noch voller Eindrücke, viel gelernt und Lust zum weiterlernen. Gute Stimmung, kein Wunder bei all creatures welcome und be excellent to each other. Auch das darf gerne im Alltag weiterwirken.
„Power Cycles“ heißt: Macht fällt nicht vom Himmel. Sie wird gemacht – und sie kann zurückgeholt werden. Immer wieder.





Mein persönlicher Favorit ist derzeit der Wintergarten der Milchkuranstalt. Sowieso ein schöner Ort, um sich zu treffen, ist die Stimmung jetzt mit den Holzbuden, mit dem Duft nach Glühwein und Grünkohl rundum schön. Außer Getränken und Leckereien gibt es hier nichts zu kaufen, keine Karussels, die das ganze trubeliger machen könnten. Für mich der perfekte Ort für ein Feierabendgetränk.
Ende Juni hatte ich einen Fahrradunfall, der mir eine Blaulichtfahrt ins Wolfsburger Krankenhaus samt Rendezvous unterwegs mit einer Notärztin eingebrockt hat. Bremse nur leicht angetippt, aber Vorderrad hat blockiert, unschöner Salto über den Lenker, der mir wohl in den Bauch gedonnert ist, mit dem Kopf gebremst und auf die linke Seite aufgeschlagen. Ich hab noch Glück im Unglück gehabt, „nur“ Gehirnerschütterung, und alles auf der linken Seite geprellt, was geht. Wäre ich ohne Helm oder geringfügig schneller unterwegs gewesen – bloß nicht dran denken. Drei Wochen war ich lahmgelegt und habe gefürchtet, dass meine geplante China-Reise ausfallen muss. Aber am Tag vorm geplanten Abflug waren Röntgenbild und Lungenfunktionstest deutlich besser: arbeiten bzw. urlauben (und fliegen!) wieder erlaubt. Uff.
Als erste Aktion nach so langem Rumliegen gleich einen Langstreckenflug anzutreten, war schon sportlich, also nach der Ankunft erstmal wieder hingelegt. Es folgte eine fürchterliche Nachricht aus Deutschland, die durchwachte Nächte nach sich zog. Dazu die Hitze (36 Grad, gefühlt noch heißer), die ich nicht mehr gewöhnt bin – ich musste es wirklich langsam angehen lassen.
Und genau das war das, was ich gebraucht habe. Abstand tut gut, nicht nur der räumliche Abstand, sondern auch die Zeitverschiebung: ich war komplett aus der Welt gefallen und ganz für mich und ganz bei mir. Das tat unglaublich gut. Und jetzt habe ich gute Gründe, irgendwann wieder auf die Insel zu fliegen, da gäbe es tatsächlich einiges zu entdecken und zu unternehmen. Mein Timing war gut: Während ich auf Hainan war, ist Peking untergegangen, und der Tsunami hat es nicht bis Hainan geschafft.


